Auf der Österreich-Tour unserer Social-Media-Praxis-Workshop-Reihe hatte ich von den Teilnehmern in Bregenz den Tipp auf ein österreichisches Youtube-Wunder namens Stephan Rossegger bekommen. Der 20-jährige Landmaschinentechniker präsentiert in breitestem Oststeirisch Sicherheitstipps für den Arbeitsplatz und hat mit bis zu 200.000 Abrufen pro Episode einen beachtlichen Kult-Status erreicht. Begonnen hat alles mit einem Video für seinen Arbeitgeber, der Landring Landtechnik Werkstatt, einer Lagerhausgenossenschaft in Birkfeld / Steiermark. Zwischenzeitlich hatte ihn dann sogar das ORF mit im Programm. Chapeau!
Und jetzt kommt das Überraschende und Interessante: Wer sich das Video auf Youtube ansieht, der bekommt unter dem Knopf “Interaktives Transkript” noch eine Übersetzung mit Zeitstempeln mit dazu…
Das ist der 291. Blick auf die verschmähte Renate, Pril im Klo, eine interessante QR-Code-Kampagne der Drogeriemarkt-Kette Budni und Katzen-Content.
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Response-Kampagnen spielen oft mit einem Überraschungseffekt: Marken ergreifen die Initiative beim Kundendialog in Social Media und befruchten die unterschiedlichsten Kommunikationsanlässe mit kreativen und charmanten Micro-Dialogen. Oft auch mit Augenzwinkern.
KLM konzipierte September 2011 rund um diese Response-Mechanik eine Social-Media-Kampagne: “KLM Live Reply“. Dabei stand allerdings weniger der Überraschungseffekt im Fokus, sondern mehr die Botschaft “Die Mitarbeiter sind die Antwort“. Transportiert wurde damit auch der Ansatz des 7/24 Customer Service, oder besser KLM’s “24/7 personal service on social media“.
Das Versprechen: Einen Tag lang werden möglichst viele der Fragen an den Twitter-Account von KLM mit “Human Tweets” beantwortet. 140 Mitarbeiter bildeten mit Buchstabenschildern die Antworten auf die Fragen in Form von Tweets nach, und das Ergebnis ging via Youtube zurück an den Absender.
Geschafft hat man letztlich ca. 70 Video-Antworten, die es binnen 3 Monaten auf über 60.000 Views gebracht haben. Das ist klasse, aber natürlich nicht vergleichbar mit den Zahlen der Old-Spice-Response-Kampagne. Diese hatte mit den ca. 180 Videoantworten über 100 Mio. Abrufe auf Youtube erreicht.
Dennoch: Allein der Bericht auf dem KLM-Blog lässt vermuten, dass die Aktion nicht nur ein Kommunikationsziel hatte. Sie förderte scheinbar auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter, die durchaus mit Stolz über ihre Teilnahme berichten:
“You know, it feels grand to be a part of this campaign. We’re just like one big KLM family. Even though my mother will never recognise me in the film!”
wird die Nummer 91 von 140 im Blogbeitrag zitiert. Unterstellen wir einfach, dass es den anderen 139 Teilnehmern ähnlich ging.
Auf jeden Fall ein tolles Follow-Up der KLM Surprise-Kampagne und damit “on brand” und “on strategy”…
Nun, es kam was kommen musste: Nach den Streiks hatte die Mehrzahl der Einsender nicht wirklich positive Erinnerungen an Qantas. Die entfesselte Kreativität der Einsendungen sprengte aber sicherlich die Vorstellungskraft des frischen Social Media Teams.
Es folgte also ein “Backfire”, “Backlash” und letztendlich auch einen Shitstorm. Binnen einer Stunde war der Hashtag #qantasluxury das Trending Topic auf Twitter in Australien und 24 Stunden nach Beginn fand man das Thema in den Massenmedien wieder.
Und wenn die Youtube-Parodie von AlexJBaldwin Schule macht, dann führt das zu allem Verdruss auch noch zu einer Wiederbelebung des “Hitler loses his shit”-Meme…
Eine interessante Anmerkung von Andrea Beato auf intentious.com: Qantas hat es geschafft, mit einer Kampagne für 0,001% ihrer Kunden einen landesweiten PR-Gau zu erzeugen. Da fragt man sich wirklich, ob Twitter nicht mehr Gefahr als Chancen bietet…
Nein, kein Fotowettbewerb für einen Neuromarketing-Nachtisch. Sondern ein Modelcontest auf der Facebook-Seite von L’Oreal Paris Anfang 2011. Gesucht war das neue Gesicht für die Colorationsreihe “Sublime Mousse”. Zu gewinnen: Modelvertrag, einen Fiat 500 und natürlich die rühmliche Grinserolle auf Pack-Shot und/oder Packaging:
Wie es zu der Bewerbung von Renate Gerdes (71 Jahre) kam ist leider unbekannt. Ich glaube gelesen zu haben, dass nicht sie, sondern ihr Enkel die Bewerbung eingeschickt hat. Das war der Community allerdings egal. Und so kam das, was im Zeitalter von Castingwahn und Anti-Models kommen muss: Renate Gerdes erfährt die unreflektierte Klickliebe der “Like”-Lemminge und erklimmt Platz 1.
Ja, wir finden das gut. Chapeau Claque an das Social Media-Team bei Henkel / Schwarzkopf. Dort zieht Frank Horn die Fäden, soweit mir bekannt fachlich unterstützt von Thomas Knüwer (kpunktnull). Und dort hat man das Potenzial von Renate Gerdes scheinbar nicht nur erkannt, sondern gleich auf die Strasse gebracht.
Eine Frage bleibt allerdings offen…
War Renate Gerdes vielleicht schon vor dem L’Oreal-Modelcontest bei Schwarzkopf unter Vertrag?
Wenn ja, dann war das gelungenes Ambush-Marketing.
Und wenn nein (dagegen spricht eigentlich auch der große Zeitraum zwischen L’Oreal-Modelcontest und dem jetzigen Testimonial-Auftritt), dann wäre das auch der einzig mögliche Verbesserungsvorschlag in Richtung Henkel / Schwarzkopf. Mit einer zeitnahen Ankündigung nach dem L’Oreal-Wettbewerb hätte man ein brühwarmes Glucksen in Social-Media-Hausen erzeugen können.
Fazit: Aus meiner Sicht ein gelungener Social-Media-Coup!
Das ist der 290. Blick über den Tellerrand, heute blicken wir auf 50 deutsche Social Media Guidelines, Social Shopping bei Nestlé, das Google “Celebrity Endorsement Advertising Programm”, kostenpflichtige Google Maps, google+ und vieles mehr.
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“Art of the Trench” von Burberry arbeitet mit einem einfachen Konzept und lädt – vielleicht gerade deswegen – zum Verweilen ein. Die Website ist eine musikalisch untermalte Collage aus Straßenportraits durchschnittlicher Trenchcoat-”User”. Das Produkt in Anwendung. Getragen von Leutchen wie Dir und mir. Durchaus sehr nett aussehenden Leutchen, und ich revidiere damit sofort mein Vorurteil: Der vermeintlich muffige Kleidungslappen kann sehr adrett aussehen!<
Seit Ende 2009 (binnen 2 Jahren) wurden dort über 1.000 Fotos hochgeladen, knapp 600 von “Average Joanne’s & Joe’s”. Damit die durchgängige Botschaft dieser Seite nicht allzusehr ins amateurhafte abdriftet wurde Starfotograf Scott Schumann („The Sartorialist“) verpflichtet, der die Collage mit professionellen Portraits anreichert. Zugegeben: Sehr gelungen!
Jeder Beitrag ist via Facebook-Connect bewertbar, kommentierbar und “!sharebar”. Jungs kommen dabei auf 50 – 100, Mädels im Schnitt auf 500 Likes. Ergibt ein stattliches Sümmchen Aufmerksamkeit und Facebook-Love…
Das ist der 289. Blick über den Tellerrand, heute blicken wir auf Location Based Social Media, auf die Rechtswidrigkeit von Facebook-Fanseiten und wir suchen einen Social Media Manager im Raum Osnabrück
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QR-Codes fristen ja ein eher jämmerliches Dasein. Zwei Drittel kennen sie angeblich, aber so richtig nutzen will man sie dann scheinbar doch nicht. Vielleicht fehlt einfach der finale Anreiz die Codes mit seinem Smart-Phone abzuschießen und sich zum wiederholten male auf eine nicht optimierte Website leiten zu lassen…
Wenn hier der Anreiz hier nicht hoch genug ist… dann weiß ich auch nicht weiter. Ich hab’s sogar am Bildschirm probiert, aber die Auflösung ist leider zu gering… :-/
Das ist der 288. Blick auf Bisquit-Crowdsourcing in der Schweiz, Personalentwicklung 2.0 in gedruckter Form, die verwegene SMS von gestern Nacht bei Congstar und uebermorgen.tv
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